Geschichte

Der Träger der Einrichtung ist der Freireligiöse Wohlfahrtsverband Baden.

Die freireligiöse Bewegung entsprang den Angriffen Johannes Ronges wider die Verehrung des heiligen Rockes in Trier 1844 und dem Aufruf von Robert Blum nach Gründung deutschkatholischer Gemeinden. Am 17.08.1845 wurde die Freireligiöse Gemeinde gegründet und erhielt im Mai 1848 die staatliche Anerkennung als Religionsgemeinschaft.

Die Freireligiöse Gemeinde Mannheim ist mit über 50% der Mitglieder die grösste der Gemeinde innerhalb der Freireligiösen Landesgemeinde Baden. Sie hat eine eigene Satzung und regelt ihre Angelegenheiten frei und selbständig.

1945 wurde bei einem der schwersten Bombenangriffe auf Mannheim das damalige Gemeindezentrum völlig zerstört.

Es herrschte Wohnungsnot, die zerstörte Innenstadt erhielt nach den Kriegsjahren nach und nach ein neues Gesicht. Die Freireligiöse Gemeinde entschloss sich zur Mitgestaltung und erwarb 1948 Grundstücke in L10, um für Kultur, Unterricht und Verwaltung wieder Räumlichkeiten zur Verfügung zu haben. Darüber hinaus entstand die Idee zum Bau eines interkonfessionellen Altenheims, – nicht zuletzt, um auch eigenen Mitgliedern gerecht zu werden.

Angesichts der Tatsache, dass für ältere Menschen, die in ein Altenheim übersiedeln wollten, bis dato nur konfessionelle Einrichtungen zur Verfügung standen, beschloss der Gemeinderat trotz der geringen Finanzmittel, das Bauprojekt.

Leitgedanke war, Pensionären mit Geselligkeiten, geistigen Anregungen und durch ein vielfältiges Freizeitangebot, (unter anderen sollte es eine Kegelbahn im Haus geben!), die Gestaltung eines würdigen, erfüllten Lebensabend, zu ermöglichen.

Angehörige aller Konfessionen oder konfessionslose Menschen sollen die gleiche Achtung erfahren, in Gemeinschaft leben, ohne Ansehen der religiösen Zugehörigkeit oder Vorstellungen. Die Gemeinde ging mit Elan und Begeisterung an die Umsetzung der gesetzten Ziele. Auch durch die Mitarbeit der Mitglieder konnte am 1. Oktober 1954 der erste Bauabschnitt fertig gestellt werden. Er wurde von 22 Personen bezogen. Der zweite Bauabschnitt, der die Kapazität auf 110 Bewohnerplätze erhöhen sollte, wurde begonnen und mit der Einweihung 1955 fertig gestellt.

Der Standard war für damalige Verhältnisse sehr hoch. Die Unterbringung der Pensionäre erfolgte fast ausschliesslich in Einzelzimmern. Für Ehepaare gab es Doppelzimmer-Appartments. Die Zimmer waren ausgestattet mit fliessend warmen und kalten Wasser, auf jeder Etage gab es ein grosses Badezimmer. Es gab eine moderne Grossküche, in der alle Mahlzeiten selbst zubereitet wurden. Ein Lesesaal, Liegeterrassen, elektrische Personen- und Speiseaufzüge, sowie eine eigene Wäscherei waren vorhanden.

Sofern gewünscht, konnten die Senioren das kulturelle Angebot der Freireligiösen Gemeinde, deren Räumlichkeiten im gleichen Haus untergebracht waren, nutzen. Regelmässig wurde zu Vorträgen, Lesekreisen, gesellige Unternehmungen, Kreativitätsgruppen, Feierstunden eingeladen.

Im September 1985 wurden umfangreiche Renovierungsarbeiten an dem mittlerweile 30 Jahre bestehen- den Bau zum Abschluss gebracht.

Man erkannte, dass es für den Fortbestand der Einrichtung wichtig war, wettbewerbsfähig zu bleiben und sich den gesellschaftlichen Entwicklungen anzupassen. 1987 wurden konzeptionelle Überlegungen zur teilweisen Umwandlung des Karl-Weiß-Heims in ein Pflegeheim begonnen, die 1989 in einen, den pflegetechnischen Erfordernissen entsprechenden, Umbau mündeten.

Bis heute hat sich manches geändert. Die Eckpunkte aber, nämlich gute Pflege und liebevolle Betreuung für ältere Menschen im Karl-Weiß-Heim, sind geblieben.

Die Freireligiöse Gemeinde Mannheim bietet damals wie heute ein vielfältiges religiöses und kulturelles Angebot für ihre Mitglieder und Gäste.